Abschlussarbeiten aus dem PR PLUS-Fernstudium
Genauso wenig, wie man den einen Erfolgsfaktor für das langfristige erfolgreiche Bestehen eines Unternehmens benennen kann, gibt es das eine Rezept für eine funktionierende Unternehmenskommunikation; dafür sind die Rahmenbedingungen in jedem einzelnen Unternehmen zu unterschiedlich. Wie professionell und umfassend Kommunikation gestaltet werden kann, hängt u. a. von der Unternehmensstruktur, der organisationsinternen Eingliederung von PR, dem Verständnis und der Akzeptanz bei der Unternehmensführung und von den Ressourcen ab. Entscheidend für eine erfolgreiche Unternehmenskommunikation ist aber vor allem ein strategisches Vorgehen, d.h. eine klare Positionierung und Darstellung des Unternehmens und seiner Aktivitäten, die sich an der Unternehmensstrategie, den Kernkompetenzen und dem Alleinstellungsmerkmal orientiert.
Im Folgenden stellen wir Beispiele für professionelle PR-Konzepte vor, die PR PLUS-Studenten im Rahmen ihrer Ausbildung für mittelständische Unternehmen angefertigt haben.
Interne Unternehmenskommunikation
Großfamilie war gestern
Vom kleinen Allgäuer Handwerksbetrieb zum führenden deutschen Markenanbieter – die Firma Simplex ist ein Beispiel der zahlreichen in der Nachkriegszeit erfolgreich gegründeten mittelständischen Unternehmen und bietet praxisorientierte Anschlussarmaturen und –systeme für die Installation von Sanitär- und Heizungsanlagen. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren mehrere Veränderungsprozesse durchlaufen. So wurde es - nach über 40-jähriger Führung durch die Gründerfamilie – an eine niederländische, international agierende Unternehmensgruppe verkauft. Bis dahin war das Unternehmen stark durch die Persönlichkeit des Gründers und seines Sohnes als Nachfolger geprägt. Positive Merkmale wie überschaubare Strukturen, direkte Kommunikation, Flexibilität, enge Kundenbeziehungen, hohes Innovationspotenzial und starke Motivation der Mitarbeiter waren vorhanden.
Nach dem Verkauf verschwand allmählich die einst so familiäre Unternehmenskultur. Der Übergang vom inhabergeführten Unternehmen zum Fremdmanagement, das Fehlen der überschaubaren Strukturen und Aktivitäten der Geschäftsführung sowie die mangelnde interne Kommunikation bereiteten den Mitarbeitern zunehmend Sorge. Für die Kommunikation ist es eine Herausforderung, Mitarbeiter aus drei unterschiedlichen Unternehmenskulturen und Regionen zu einer gemeinsamen Kultur erfolgreich zusammenzuführen.
Einführung einer strategischen Unternehmenskommunikation
Auf dem Weg zu einer strategischen Unternehmenskommunikation
Gerade bei Produkten mit ähnlichen technischen Voraussetzungen entscheidet häufig das Image des Unternehmens oder das größere Vertrauen der Kunden darüber, wer beim Verkauf die Nase vorn hat. Die ALZ GmbH, ein mittelständischer Anbieter luftgekühlter Wärmeaustauscher und Kondensationsanlagen, existiert seit 1989. Der ursprüngliche Dreimannbetrieb beschäftigt inzwischen rund 50 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist inhabergeführt. Aufgrund des zunehmenden Wettbwerbsdrucks beauftragte die ALZ GmbH eine externe PR-Beraterin mit der Entwicklung eines Kommunikationskonzepts.
Durch die Einführung einer strategischen Öffentlichkeitsarbeit soll der Bekanntheitsgrad des Unternehmens und seiner Produkte erhöht und damit der geschäftliche Erfolg langfristig gesichert werden: durch neue Aufträge, die Bindung vorhandener und die Gewinnung neuer Kunden sowie die Generierung neuer Geschäftskontakte. Dadurch positioniert sich die ALZ GmbH in ihrem Kommunikationsumfeld und bettet die bisherigen Aktivitäten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit erstmals in ein strategisches Kommunikationskonzept ein.
Neupositionierung am Markt
Immer extravaganter werden die „Bühnen des Wohnens“ von den großen Möbelparadiesen in Szene gesetzt. Immer größer werden die Ausstellungsflächen und immer vielfältiger die Auswahl der Möbel und der Produktpalette „rund ums Wohnen“, um den Ansprüchen an die Spaß- und Erlebnisgesellschaft gerecht zu werden. Des einen Leid, des anderen Freud: die momentane außenpolitische Lage und die Krise in der Tourismusbranche scheinen sich als Chance für den Möbelhandel zu entwickeln.
Eine große Herausforderung für Möbel Hornung, ein mittelständisches Einrichtungshaus in Unterfranken, das sich im unmittelbaren Einzugsgebiet zweier Möbelgiganten befindet. Kreativität ist gefragt, um sich in diesem Markt zu behaupten, zumal das Familienunternehmen, das bereits seit 1935 am Markt besteht, mit 43 Mitarbeitern nicht über die personellen Ressourcen und die gewaltige Finanzkraft der Branchenriesen verfügt.

