Rezensionen

"Skalenhandbuch Kommunikationswissenschaft" von Patrick Rössler

VS Verlag, 1. Auflage 2011, 455 Seiten, ISBN 978-3-531-15453-4

Rezension von Simone Heinrich, 12/2011

Konzeptionell: *
Praxisnutzen: ***
Theorie: **


Hier hält man kein Werk in den Händen, das man von vorne bis hinten durchliest. Das Skalenhandbuch versteht sich als Fundgrube für all diejenigen, die auf einem der zahlreichen Felder der Kommunikationsbranche wissenschaftlich forschen bzw. Befragungen, Umfragen oder Studien durchführen wollen. Eine „Serviceleistung für die Community“, ein Griff ins Regal und man hat zusammengefasst und kommentiert vor sich, was Vorgänger an vergleichbaren Fragekatalogen konzipiert haben. In Nachbar-Forschungsbereichen wie der Psychologie oder der Pädagogik ist es seit vielen Jahren Usus, auf bereits erprobte Instrumente zurück zu greifen, um möglichst verlässliche Ergebnisse zu erzielen. Im Skalenhandbuch Kommunikationswissenschaft trägt der Autor empirische Forschungsprojekte erstmalig für die (deutschsprachige) Kommunikationsbranche zusammen, selektiert, vergleicht und bewertet sie. 10 Bereiche umfasst die Sammlung von Fragebögen und ähnlichen Befragungsinstrumenten, darunter beispielsweise Themen wie Mediennutzung, Medienwahrnehmung oder Soziologische Persönlichkeitsmerkmale, aber auch spezielle Forschungsfelder wie z.B. die Politische Kommunikation, Werbung oder Mobilkommunikation. Dabei ist es aber explizit kein „Kochbuch, das leicht verdauliche Rezepte für das eigene Erhebungsmenü präsentiert“.

Patrick Rössler wird in seiner persönlich und amüsant geschriebenen Einleitung nicht müde zu betonen, welch mühsame Kleinarbeit den Weg zur Fertigstellung des Handbuchs gepflastert hat und lässt dabei auch ein wenig Kritik an der bisherigen Dokumentationsmoral der Branche durchscheinen. Fehlende Methodendarstellungen, Instrumentenanhänge und statistische Kennwerte führten zu Abstrichen und Kompromissen in Bezug auf die ursprünglichen Ziele des Buchs. Sein Werk versteht er daher als längst überfälligen Beitrag zur Standardisierung der Forschungslandschaft durch ein gesichertes Repertoire einheitlicher, praxistauglicher Messinstrumente in der Kommunikationswissenschaft, soweit es der dynamische Charakter des Untersuchungsfelds eben zulässt.

Fazit: Das Handbuch ist ein erster Grundstock, ein Korpus an Instrumenten und „Stimulans für den Methodendiskurs im Fach“, das zumindest exemplarisch für die zentralen Themenbereiche der Kommunikationswissenschaft einen Satz von Standardkategorien anlegt. Damit ist es unter anderem für Studierende mit wissenschaftlichen Vorhaben wie z.B. der Bachelor- oder Master These interessant. Ein erfreuliches Plus ist das Zusatzmaterial, das laufend erweitert und aktualisiert wird und über die Website des Verlags kostenlos online abrufbar ist.
 

Die Rezensentin

Simone Heinrich

Simone Heinrich, MSc ist Absolventin des PR PLUS Fernstudiums Public Relations und seit 2007 auch Mitarbeiterin von PR PLUS in Heidelberg. 2010 schloss sie dort das Master Upgrade zum Communications Master of Science an und schrieb ihre Master Thesis zum Thema "Integrierte interne Unternehmenskommunikation“. Zuvor studierte sie Literaturwissenschaft, Mediävistik und Philosophie an der Universität Karlsruhe und arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Karlsruhe.

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